Gekündigt.
Ich bin raus.
VOM WUSELKOPP
ZUR KLARHEIT
Es beginnt nach 18 Jahren Festanstellung in Augsburg.
Reisestart: 2024



»Und jetzt?«
Nach 18 Jahre in Werbeagenturen habe ich mich aus dem hippen Agenturleben verabschiedet. Dort hatte ich von außen betrachtet alles geschafft: den höchstmöglichen Status als Creative Director, die coolen Sneakers, das schicke Fahrrad – und das alles auf dem wunderschönen Areal des Augsburger Gaswerks. Theoretisch hätte alles wunderbar sein müssen. Theoretisch.

Adé, Lieblingskollegen 😢
Raus aus der Agentur!
Den Zenith überschritten
Praktisch musste/wollte/sollte ich schon länger raus: 16 Jahre bei ein und derselben Agentur dürfen mit Fug und Recht als ungewöhnlich bezeichnet werden. Es gab heftige Aufs und Abs. »Aber die gibt es doch überall?!«, redete ich es mir schön.
Meine Schwester, Heilpraktikerin, äußerte mindestens ab der Halbzeit regelmäßig den Verdacht, ob ich nicht einen Burnout hätte. »Ich doch nicht!«, lachte ich dann.Wer hat heute bitte keine Schlafprobleme? Und ein Tinnitus tut ja nicht weh … Ich schaff ja alles! Und ich mochte doch wirklich, was ich da tat. Kollegen und Kunden bewunderten mich, wie ich auch in den stressigsten Situationen einen ruhigen Kopf bewahren konnte.
Heute weiß ich: Das waren nicht nur Coolness und Können. Das waren auch Coping Mechanismen.
Coping?
Damit ist nicht das Kopieren mit Papier oder gar von Ideen gemeint: Mit Coping schützt sich ein Mensch automatisch; das sind ganz einfach Bewältigungsstrategien.
Als höchstvermutlich hochsensibler Scanner mit einer Prise People Pleaser und Imposter – ich nenne es lieber »meine eigene Dosis Schuss weg« – war meine Strategie eben: Funktioniere. Mach. Halte durch. Eigene Bedürfnisse, was ist das?
Kein Wunder, dass das nicht ewig gut gehen konnte.
Von einer, die den Absprung machte
Ich musste mich soooo dringend wieder selbst finden! Deswegen gönnte ich mir nach meiner Kündigung eine selbst finanzierte Auszeit. »Wer bin ich? Womit will ich mein restliches Leben beruflich verbringen?« Kleine Fragen für die größte Pause meines Lebens. Ich bin mit dem Rucksack ein bisschen durch Deutschland gereist. Und mir in 700 Kilometern Entfernung endlich nahe gekommen.
»Wer bin ich?«
»Wer bin ich?«
»Wer bin ich?«
»Wer bin ich?«
»Wer bin ich?«
»Wofür bin ich da?«
»Wofür bin ich da?«
»Wofür bin ich da?«
»Wofür bin ich da?«
»Wofür bin ich da?«
Fürs große Ganze
Von Anfang an meiner Kündigung war mir klar: »Ich mache das nicht nur für mich. Ich will mit dem, was ich kann, endlich effektiv beitragen auf dieser Welt.«
Denn all meine kreativen PS konnte ich in der Agentur nicht auf die Straße bringen – und auch nicht mein holistische Weltbild. Für mich ist diese ominöse neue Erde, von der Eckhart Tolle spricht, kein Unfug. Ich will die aktiv mitgestalten!
Und all meine Interessen zusammenbringen, das Bewusstsein und Design. Aber nur wie?
Was ich mit meinem Sein bewirken will
Worum es mir geht
Selbstausdruck: Deiner. Meiner.
»Ab sofort dreht sich alles um den ungehinderten Selbstausdruck!«, schoss mir in den Kopf, als ich das letzte Mal am Gaswerk mein Fahrrad aufschloss.
Monkmäßige Qualität
Ob Festangestellte oder Freiberufliche: Ich will überall nur das Beste abliefern. Mit vier Sachen in der Jungfrau kann ich nicht anders.
Synthese schöner Dinge
Ich will meine fachlichen Lieblingsthemen – Design und Bewusstsein – zusammenbringen: Denn Schönheit und Tiefgang schließen sich nicht gegenseitig aus!
Rein in die Selbständigkeit
Ich starte also mit ganzheitlichem Brand Design. »Da kommt alles zusammen«, denke ich mir. Aber irgendwas fehlt …
»Wenn ich mich selbst damit nicht ganz authentisch fühle – wie kann ich dann Leuten was von Authentizität erzählen?«
Ich versuche es. Redlich. Aber trotz tiptop Businessplan will es nicht klappen.
Ich lasse schnell meine spitze Positionierung beiseite und versuche mich als die Generalistin, die ich nunmal bin.
»Na also, geht doch!«
Ich habe ständig was zu tun – und schließlich drei Abgabetermine gleichzeitig. Weil ich gut planen kann, haut alles hin. Und es mich danach um: Einen Monat falle ich wegen Krankheit aus. Komplett.
Alles gleichzeitig machen zu wollen war schön – aber einfach auch ganz schön viel. Ich denke mir schon: »Ich bin für die Selbständigkeit nicht geschaffen!« und bin kurz davor, einen auf Künstlerin machen zu wollen und mir zum Überleben 312 Brotjobs zu suchen.
Dann kommt die Erlösung: Eine Freundin schickt mir einen Online-Test
mit den Worten: »Mach den mal!«
Ach nee, Archetypen?!
»Was das wohl wird?!«, denke ich mir und klicke mich schnell durch. Ich halte Archetypen als bloßes »Business-Tool« für Bullshit. Dann kommt das Ergebnis: JESTER. Keine Ahnung, was das sein soll!?
Ich versuche, mir dieses JESTER-Ding vom Kontext abzuleiten, verstehe schnell, dass er der NARR ist und denke mir noch so »Haha, nice try!«
Doch je mehr ich darüber lese, umso mehr bleibt mir das Lachen im Hals stecken.
Nicht nur, dass es soooo sehr stimmte: Ich erkannte, wie mich der JESTER schon mein Leben lang begleitet. Auch hat er bereits einige Tage vor dem Testergebnis an meine Tür geklopft, als ich meiner Atelier-Seite ein kleines Redesign mit närrischen Collagen verpasst hatte.
Und nein: Deswegen ist jetzt auch nicht gleich über Nacht alles anders geworden. Aber seitdem ich ihm die Tür weit geöffnet habe, ist Magie passiert:
Endlich wieder Energie!
Einen Tag später habe ich mich spontan bei Substack angemeldet. Ich wusste noch nicht genau, was ich da machen wollte – aber die ersten Follower waren schnell da.
Sicherer im Auftritt
Heute weiß ich, dass ich auch und gerade als Unternehmerin locker-flockig unterwegs sein darf mit meiner Sprache und meinem Look & Feel. Es ist nicht falsch; es ist mein USP!
Mehr Konzentration & Fokus
Wo ich früher auf 17 Baustellen gleichzeitig getanzt habe, frage ich mich heute, wie ich früher Zeit und überhaupt Lust darauf haben konnte.
Supported by JESTER
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Endlich Klarheit
Natürlich ist das nicht ohne mein Zutun passiert. Aber ich habe nun wieder (oder überhaupt erst einmal) den Fokus und die Klarheit für meine Selbständigkeit!
Genau das, wonach ich mich die ganze Zeit über soooo gesehnt hatte.
Mein Personal Branding-Konzept fühlt sich endlich vollständig an: Die Archetypen bereichern es um die Dimension, die mir früher immer gefehlt hat – um die Tiefe und das Tiefenpsychologische, ja Metaphysische.
Am Ende
nichts Neues.
Mich haben Archetypen schon immer fasziniert:
Als mir ganz früher Märchen vorgelesen wurden, als ich endlich selbst lesen konnte und später als Teenie metaphysische Lehren und Philosophien studierte und schnell bemerkte:
»Das ist im Kern doch alles DATSELBE!«
Und jetzt kommt endlich
alles zusammen!
Atelier in Augsburg
Strategisches Design von Miriam Lochner
to be continued …




















