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VOM WUSELKOPP

ZUR KLARHEIT

»Und jetzt?«

Gekündigt.
Ich bin raus.

Nach 18 Jahre in Werbeagenturen habe ich mich aus dem hippen Agenturleben verabschiedet. Dort hatte ich von außen betrachtet alles geschafft: den höchstmöglichen Status als Creative Director, die coolen Sneakers, das schicke Fahrrad – und das alles auf dem wunderschönen Areal des Augsburger Gaswerks. Theoretisch hätte alles wunderbar sein müssen. Theoretisch.

Adé, Lieblingskollegen 😢
Raus aus der Agentur!

Den Zenith überschritten

Praktisch musste/wollte/sollte ich schon länger raus: 16 Jahre bei ein und derselben Agentur dürfen mit Fug und Recht als ungewöhnlich bezeichnet werden. Es gab heftige Aufs und Abs. »Aber die gibt es doch überall?!«, redete ich es mir schön.

Meine Schwester, Heilpraktikerin, äußerte mindestens ab der Halbzeit regelmäßig den Verdacht, ob ich nicht einen Burnout hätte. »Ich doch nicht!«, lachte ich dann.Wer hat heute bitte keine Schlafprobleme? Und ein Tinnitus tut ja nicht weh … Ich schaff ja alles! Und ich mochte doch wirklich, was ich da tat. Kollegen und Kunden bewunderten mich, wie ich auch in den stressigsten Situationen einen ruhigen Kopf bewahren konnte.

Heute weiß ich: Das waren nicht nur Coolness und Können. Das waren auch Coping Mechanismen.

Coping?

Von einer, die den Absprung machte

Ich musste mich soooo dringend wieder selbst finden! Deswegen gönnte ich mir nach meiner Kündigung eine selbst finanzierte Auszeit. »Wer bin ich? Womit will ich mein restliches Leben beruflich verbringen?« Kleine Fragen für die größte Pause meines Lebens. Ich bin mit dem Rucksack ein bisschen durch Deutschland gereist. Und mir in 700 Kilometern Entfernung endlich nahe gekommen.

»Wer bin ich?«

»Wofür bin ich da?«

Fürs große Ganze

Von Anfang an meiner Kündigung war mir klar: »Ich mache das nicht nur für mich. Ich will mit dem, was ich kann, endlich effektiv beitragen auf dieser Welt.«

Denn all meine kreativen PS konnte ich in der Agentur nicht auf die Straße bringen – und auch nicht mein holistische Weltbild. Für mich ist diese ominöse neue Erde, von der Eckhart Tolle spricht, kein Unfug. Ich will die aktiv mitgestalten!

Und all meine Interessen zusammenbringen, das Bewusstsein und Design. Aber nur wie?

Was ich mit meinem Sein bewirken will

Worum es mir geht

Selbstausdruck: Deiner. Meiner.

»Ab sofort dreht sich alles um den ungehinderten Selbstausdruck!«, schoss mir in den Kopf, als ich das letzte Mal am Gaswerk mein Fahrrad aufschloss.

Monkmäßige Qualität

Ob Festangestellte oder Freiberufliche: Ich will überall nur das Beste abliefern. Mit vier Sachen in der Jungfrau kann ich nicht anders.

Synthese schöner Dinge

Ich will meine fachlichen Lieblingsthemen – Design und Bewusstsein – zusammenbringen: Denn Schönheit und Tiefgang schließen sich nicht gegenseitig aus!

Rein in die Selbständigkeit

Ich starte also mit ganzheitlichem Brand Design. »Da kommt alles zusammen«, denke ich mir. Aber irgendwas fehlt …

»Wenn ich mich selbst damit nicht ganz authentisch fühle – wie kann ich dann Leuten was von Authentizität erzählen?«

Ich lasse schnell meine spitze Positionierung beiseite und versuche mich als die Generalistin, die ich nunmal bin.

»Na also, geht doch!«

Ich habe ständig was zu tun – und schließlich drei Abgabetermine gleichzeitig. Weil ich gut planen kann, haut alles hin. Und es mich danach um: Einen Monat falle ich wegen Krankheit aus. Komplett.

Alles gleichzeitig machen zu wollen war schön – aber einfach auch ganz schön viel. Ich denke mir schon: »Ich bin für die Selbständigkeit nicht geschaffen!« und bin kurz davor, einen auf Künstlerin machen zu wollen und mir zum Überleben 312 Brotjobs zu suchen.

Ach nee, Archetypen?!

»Was das wohl wird?!«, denke ich mir und klicke mich schnell durch. Ich halte Archetypen als bloßes »Business-Tool« für Bullshit. Dann kommt das Ergebnis: JESTER. Keine Ahnung, was das sein soll!?

Ich versuche, mir dieses JESTER-Ding vom Kontext abzuleiten, verstehe schnell, dass er der NARR ist und denke mir noch so »Haha, nice try!«

Doch je mehr ich darüber lese, umso mehr bleibt mir das Lachen im Hals stecken.

Nicht nur, dass es soooo sehr stimmte: Ich erkannte, wie mich der JESTER schon mein Leben lang begleitet. Auch hat er bereits einige Tage vor dem Testergebnis an meine Tür geklopft, als ich meiner Atelier-Seite ein kleines Redesign mit närrischen Collagen verpasst hatte.

Und nein: Deswegen ist jetzt auch nicht gleich über Nacht alles anders geworden. Aber seitdem ich ihm die Tür weit geöffnet habe, ist Magie passiert:

Supported by JESTER

86

Abos
in zwei Monaten auf Substack

110

%
Klarheit fürs Business

0

%
Ablenkung
Endlich  Klarheit

Am Ende

nichts Neues.

Mich haben Archetypen schon immer fasziniert:
Als mir ganz früher Märchen vorgelesen wurden, als ich endlich selbst lesen konnte und später als Teenie metaphysische Lehren und Philosophien studierte und schnell bemerkte:
»Das ist im Kern doch alles DATSELBE!«

Und jetzt kommt endlich

alles zusammen!