Eine klare Positionierung ist immer eine Herausforderung, wenn Du Dich selbständig machst. Auch, wenn Du Dich nach jahrelanger Tätigkeit neu positionieren willst. Sich selbst mit schonungsloser Klarheit zu betrachten, zu erkennen und das Ergebnis eindeutig nach außen zu kommunizieren, ist für jeden anspruchsvoll! Und wenn Du noch dazu »irgendwie anders« – also aus dem Spektrum – bist, ist es nochmal sooooo viel schwerer! Bei einer Neurodivergenz tickt Dein Hirn einfach anders: Du empfindest anders. Reagierst anders. Meistens feiner, sensibler, empfindsamer.
PS: Ich nenne das mit dem größten Respekt liebevoll neurodingdong – denn ich bin/hab das selber auch.
– Wichtig: Hier geht es nie um »besser« oder »schlechter«. Neurodivergente sind einfach anders. –
Dieses breite Spektrum …
Viel kann man heute sein: Hochsensibel, hochsensitiv,(hochsensible) Scanner-Persönlichkeit, ADHS, ADS, Asperger – alles unterschiedliche Ausprägungen eines Autismus oder anderer neuronaler Auffälligkeiten. Es ist also eine messbar physische, biologische, genetische Veranlagung. Wer will kann es als »Krankheit« bezeichnen, aber ich rate davon ab – allemal bei leichten Ausprägungen. Ich möchte Dich lieber ermächtigen.
Zusätzlich kann man das ganze Sensible, Hochreaktive auch als Trauma-Rekation sehen: Denn wer einmal etwas Krasses erlebt hat – und das muss kein dezidiertes Schocktrauma sein –, der reagiert eben entsprechend schneller. Das ganze System ist permanent auf Habacht-Stellung! Die Rede ist dann von Hypervigilanz oder auch kPTBS (komplexe posttraumatische Belastungsstörung).
Oft gehen Veranlagung und Prägung Hand in Hand: Denn Du hättest auf ein Trauma ja auch anders reagieren können! Haste aber nicht.
Sein Neurodingdong kann man also durchaus lieben und feiern. Solange man nicht wirklich beeinträchtigt ist, kann man aus seiner neuronalen Veranlagung Vorteile ziehen – vor allem als Berufskreative! Sie wären nicht so gut, würden sie nicht so tief und fein sämtliche Facetten und Nuancen empfinden. Sie haben das perfekte Auge für Feinheiten: sämtliche Farbabstufungen, das perfekte Gehör, das Akribische …
Zeig mir einen Künstler, der nicht irgendwo einen Schuss weg hat.
Deswegen verbitte ich mir für uns Kreative jegliches #Mimimi! Neurodingdong is geil. ✌︎
Eine Frage der Selbstermächtigung
Wenn man das erste Mal über das Thema Neurodivergenz stolpert, kann man schon erst einmal in ein Kaninchenloch stürzen. Es erklärt ja auch so viel! Dann kann man gerne vor Erleichterung oder auch Wut erst einmal weinen und auf das ganze System schimpfen. Denn in das passen Neurodivergente nicht so gut hinein.
Ich selbst war unfassbar erleichtert, als ich Mitte der 2010er über Hochsensibilität (kurz HSP) gestolpert bin. Auf einmal fühlte ich mich »normal«; endlich hatte ich eine Erklärung für mein lebenslanges Weirdo-Dasein.
Dennoch habe ich am eigenen Leib erfahren, wie wenig gut es sein kann, seine Hoch-Irgendwas in die Welt zu schreien: Als ich meiner Familie davon erzählt habe, waren die Reaktionen schon gespalten. Meine Mutter hat es nicht überrascht. Die fand es sogar toll! Meine Schwester hingegen reagierte empört, ob sie dann »weniger sensibel« sei. Das ist die übliche Reaktion, weswegen ich es danach nie wieder irgendwem erzählt habe.
Ob das so klug ist, ist eine berechtigte Frage. Denn bei so viel Zurückhaltung wächst das gesellschaftliche Bewusstsein nicht in dem Ausmaß, wie wir es bräuchten. Aber es gibt zum Glück genügend andere Persönlichkeiten, die offen damit rausgehen, wie etwa die Über-Bloggerin Judith Peters⧉.
Aber noch weniger klug finde ich es, alle fünf Minuten darauf hinweisen: »Ich bin ja sooooo hochsensibel / hab ADHS / … und deswegen kann ich das und das nicht!« Denn das nervt irgendwann alle und bringt keinem was. Dem Betroffenen sogar am allerwenigsten, weil er sich damit selbst stigmatisiert. Er weist ja meistens nur auf seine Schwächen hin! Welcher Neurodingdong sagt schon: »Schau mal her, wie toll ich das gerade eben gemacht habe, weil ich so ein feines Auge habe …« Für sowas sind die meisten Neurodingdongs viel zu anständig.
Am Ende sehe ich Neurodingdong als etwas durchaus Positives, ja einen Schatz! Aus allem kann man etwas Gutes machen. Auch solche Schwächen kann man als Stärkern interpretieren. Es ist echt nur ein Shift in der Perspektive! Daher meine Frage an Dich:
➡ Könnte Deine Neurodivergenz nicht eine absolute Superkraft sein?
Und davon profitiert natürlich auch Dein Business, wenn Du selbständig bist.
Mit Neurodivergenz im eigenen Business?!
Nun hast Du es also gewagt und hast Dich selbständig gemacht, obwohl Du neurodingdong bist. Oder Du spielst mit dem Gedanken damit, aus Deinem Hobby bald einen Nebenerwerb zu machen. Vielleicht bist Du auch schon jahr- und jahrzehntelang selbständig und hast erst jetzt erfahren, dass Du neurodingdong bist. (Viele, vor allem auch Frauen, werden sehr spät diagnostiziert, weil sie so überangepasst leben, dass es nicht mal ihnen selbst auffällt …)
Ja, Neurodingdong kann das eigene Leben echt ganz schon kompliziert machen! Aber das muss nicht heißen, dass es das auch für Dein Business bedeutet.
Frag Dich mal selbst:
➡ Wie kannst Du Dein Neurodingdong clever in Dein Business integrieren?
Natürlich ist DAS immer hochgradig individuell.
Es gibt aber ein paar tolle Gemeinsamkeit von Menschen aus dem Spektrum:
❶ Dein hohes Tempo: Dein Nervensystem reagiert soooooo viel schneller! Deswegen kommst Du bei dem aktuell so krass erhöhten Tempo mit Technik, Digitalisierung und KI super mit.
❷ Deine feinen Antennen: Du erkennst Trends schneller als alle anderen. Oder Du spürst sofort, wie Menschen drauf sind – wie es ihnen geht, was sie brauchen. Das ist nicht nur für Coaches und Therapeuten wichtig, sondern für jeden, der seine Auftraggeber »lesen können« muss!
❸ Dein innerer Monk: Mit Perfektionismus muss man zweifelsohne aufpassen. Deine Kunden werden Dich aber ganz sicher dafür lieben, dass Du wo gewissenhaft und genau arbeitest!
Kurz: Du brinst super Voraussetzungen für die Businesswelt mit. Heute erst recht! Tatsächlich habe ich gehört, dass bei den Menschen im Silicon Valley ganz besonders viele Asperger arbeiten sollen … #UrbanMyth oder total nachvollziehbar?
Du und Dein Business, ihr kommt für diese Welt gerade ganz genau richtig!
Womit sich feine Menschen aber oft schwertun: Mit dem verdammten Eigenmarketing …
Verkaufst Du Dich etwa gern?
Von Aspis und HSPlern weiß ich es nur zu gut: Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie vornehme Zurückhaltung beherrschen. So ernst damit hält es sonst nicht einmal der englische Hochadel!
Denn diese Menschen bevorzugen nunmal die leisen Töne und Harmonie. Um nichts auf der Welt wollen sie unangenehm auffallen! Obwooooooohl sie so gute Arbeit machen … Aber die laut verkaufen, das ist ihnen unangenehm. »Ich will das nicht!«, kommt es dann. Wahlweise traurig oder bockig. »Mir geht es um den Inhalt! Marketing ist doch so scheiße oberflächlich.« Dann bleibt nur die Hoffnung: Die Leute kommen schon zu mir, wenn sie merken, dass ich gut bin.
Tja.
Probier das mal heute!
Spoiler: Es wird nicht klappen. Denn ohne jegliches Marketing und Werbung merkt niemand, dass du überhaupt existierst. Online schon gar nicht.
Das ist ja schon die traurige Wahrheit, wenn du über den Bürgersteig laufst und in die Gesichter der fremden Menschen schaust: Keine Sau interessiert sich für Dich. Du bist ein Niemand für sie. Glaubst Du, so ein Mensch würde von Dir einfach so das kaufen, das Du in Deinem Geschäft anbietest?
Klingt erst mal hart? Dann achte mal darauf, wenn Du das nächste mal unterwegs bist. Würdest Du das denn bei anderen machen?
Dein Vorteil von Archetypen fürs Branding
Halten wir fest: Branding, Marketing und Eigenwerbung brauchst Du heute einfach.
Damit die Leute Dich erst mal sehen.
Und dann auch verstehen.
Als Neurodingdong ist das nochmal sooooo viel schwerer! Je nachdem, wie Du geartet bist, ist Dir das einfach peinlich bis obercringe unangenehm. Du willst selbst einfach nicht in der Öffentlichkeit stehen. Wenn, dann möchtest Du das nur so machen, dass es sich auch wirklich echt und (Achtung Buzzword) authentisch anfühlt. Du willst Dich halt nicht verstellen. Genauer als jeder andere Mensch spürst Du ja auch bei anderen, wenn die das tun …
Wenn Du ein Scanner oder Polymath bist, wirst Du Dich zudem absolut in alle Richtungen hundertfach verzetteln. Da kannst Du Dir die Eisenhower-Matrix hundertmal auf den Handrücken tätowieren lassen! Für Dich wird vor allem Klarheit wichtig und irgendein Trick, mit dem Entscheidungen einfacher getroffen werden können.
Für all das helfen meine Archis. Über die ganz konkrete »Funktionsweise« – Himmel, klingt das grausam technisch! – kommt noch ein extra Artikel.
Auf jeden Fall kannst Du Dir schon merken: Sobald Dein Archetyp visuell kommuniziert wird, erreichst Du Dein Gegenüber, bevor Du überhaupt ein Wort gesagt hast. Es geht darum, von Anfang an die richtige Stimmung zu vermitteln, das richtige Gefühl – eben den ersten Eindruck.
Und Du weißt ja selbst, wie sehr der prägt! Und dass man den lieber nicht vergurkt … 🤭

Archetypen-Branding für Menschen mit Neurodivergenz
– mit Liebe und achtsam auf Augenhöhe von Miriam gemacht –
Das ist für alle vielseitigen, feinen Menschen, die krasses Marketing nicht mögen
Wenn Du meinen Newsletter auf Substack abonnierst, bekommst Du sogar ein hübsches PDF, das die Typisierung noch bequemer macht, einfach so dazu. ⤵

Wenn Du Hilfe bei der Typisierung und/oder Umsetzung brauchst, wende Dich gerne an mich! Dann machen wir einen Termin aus, wie wir ihn bei Deinem Business geschmeidig integrieren kannst.
Was ich Dir tatsächlich schon versprechen kann, Du feiner Mensch: I feel you.
Ich kenn den Scheiß-Struggle selbst und hab auch schon längst jegliche Designer-Arroganz abgelegt, weil ich will, dass wir uns in der Zusammenarbeit einfach beide wohlfühlen.
Klingt das gut für Dich? Dann melde Dich gern!



